Muss man sich belesen haben, bevor man an einer Aufstellung teilnehmen kann?
Dienstag 5. Juli 2011 von Heilpraxis
Meine Antwort ist nein. Der Ablauf einer Aufstellung ist recht simpel. Das Eigentliche, was es in jeder Aufstellung braucht, hat im Prinzip jeder immer bei sich: Intuition, Herz, Verstand, Gefühle und nicht ganz unwichtig den Körper.
Es ist oft sehr spannend, wie Stellvertreter auf „ihrem angestammten Wahrnehmungsgebiet“ z.B. eher körperlich ein Thema oder ein ganz konkretes Problem in der aufgestellten Familie erfahren, während andere sehr klar auf einer sprachlichen Ebene widerspiegeln, wie sich die Person verhält für die sie stellvertretend stehen.
Besonders die Vielfalt der Wahrnehmungsebenen macht klar, was ein Buch nicht in Gänze leisten kann.
Da in Gruppen immer sehr verschiedene Menschen zusammenfinden, ist die Art der Interaktion ein nicht vorhersehbarer und zugleich schöner Bestandteil der Aufstellungsarbeit. Damit wird jede Aufstellung zu etwas ganze Besonderem und Einzigartigem. Das Universum zeigt sich von seiner genialen Art & Weise.
Ich glaube aus diesem Grunde hinken die Bücher immer dem Aktuellen Geschehen und vor allen den eigenen Vorstellungen hinterher.
Gesten oder spontane Aussprüche einer Aufstellung lassen sich in einem Buch nur dann mit einem Mehrwert verfassen, wenn diese wiederum auf einer anderen allgemeineren Ebene gedeutet und beschrieben werden. Aber das ist letztlich nicht das Handlungsziel der Aufstellungssituation und verzerrt die Genialität.
Eine Aufstellung sollte immer die pure Lebenssituation aufdecken mit all seinen schönen und nicht so schönen Seiten.
Meine Erfahrung als Aufstellungsleiter ist, dass die Menschen, die noch nicht viel zum Thema Systemisches Aufstellen, Familien- und Paaraufstellungen gelesen haben, viel unbelasteter und freier und damit quasi wertvoller in dem System interagieren können.
Eigene Impulse als Stellvertreter werden nicht abgeglichen mit gelesenem Stoff, der wiederum oft in Gut und Böse unterteilt ist, (um dem Buchlesenden eine Richtschnur zu geben, wie das Wissen vereinfacht aufzunehmen ist).
Nicht zuletzt gibt es bei Stellvertretern einen schönen Effekt, wenn sie öfter an Aufstellungen teilnehmen. Sie werden freier in ihrer Wahrnehmung und können Wechsel von Energien und Einstellung besser und unkommentierter wieder geben.
Sie schulen so ihre intuitive und zugleich mediale Fähigkeiten.
Weitere Lerneffekte für Stellvertreter sind hier beschrieben.
Probieren Sie es aus: Aufstellung in der Gruppe oder auch in Form einer Einzelsitzung.
Erarbeiten Sie Ihre ganz persönliche Freiheit unter meiner Anleitung. Lassen Sie Verstrickungen hinter sich. Investieren Sie in Ihre Zukunft.
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